Schwachstellenscanner sind Computer-Tools und -Programme, die den Prozess der Durchführung von Schwachstellenscans vereinfachen und automatisieren. Sie können für Computer, Anwendungen oder Netzwerke eingesetzt werden, um deren Schwachstellen zu identifizieren, bevor Angreifer sie ausnutzen können.
Je nach Art des Systems oder der Infrastruktur, für deren effektive Überprüfung sie entwickelt wurden, gibt es verschiedene Schwachstellenscanner. Der Einsatz des falschen Schwachstellenscanners kann zu ungenauen Ergebnissen führen – entweder zu False Positives oder dazu, dass Schwachstellen übersehen werden.
Mit dem richtigen Scanner können Sie ganz einfach die häufigsten und bekanntesten Schwachstellen in Ihrem System finden. Anhand der bereitgestellten Informationen können Sie Ihr Wissen über die Schwachstellen Ihres Systems erweitern und besser verstehen, wie Sie Schwachstellen minimieren und vermeiden können.
Lesen Sie weiter, um mehr über die verschiedenen Arten von Schwachstellenscannern und ihre Funktionsweise zu erfahren.
- 1. Host-basierte Schwachstellenscanner
- 2. Port-Schwachstellenscanner
- 3. Anwendungsschwachstellenscanner
- 4. Datenbank-Schwachstellenscanner
- 5. Schwachstellenscanner für Quellcode
- 6. Schwachstellenscanner für drahtlose Netzwerke
- 7. Cloud-Schwachstellenscanner
- 8. Netzwerk-Schwachstellenscanner
- Wie wählt man die passende Art von Schwachstellenscanner aus?
- Fazit: Arten von Tools zur Schwachstellenanalyse
1. Host-basierte Schwachstellenscanner
Host-basierte Schwachstellenscanner arbeiten am äußeren Rand des Netzwerks, zusammen mit Firewall-Software und Intrusion-Prevention-Systemen. Sie bewerten die Sicherheit eines Netzwerks anhand des Zustands seiner Konfigurationen und der Betriebssysteme von Servern, Hosts und lokalen Rechnern.
Sie bieten umfassende Einblicke in mögliche Schäden, die sowohl innerhalb als auch außerhalb des Netzwerks agierende Akteure verursachen. Host-basierte Scanner können als eigenständiger Sicherheitsagent, serverbasiert mit einer zentralen Referenz- oder Agentenstelle oder agentenlos bereitgestellt werden, wobei Administratoren einzelne Scans steuern und automatisieren.
2. Port-Schwachstellenscanner
Portscanner sind Tools, die Ihre Hosts und Server auf offene Ports überwachen und überprüfen. Dazu senden sie Verbindungsanfragen an jeden Port und zeichnen die Antworten auf.
Netzwerkadministratoren können Portscanner verwenden, um Penetrationstests in ihrem Netzwerk durchzuführen und die Integrität aller aktiven Ports zu überprüfen. Auch Hacker nutzen Portscanner bekanntermaßen, um nach ungesicherten Ports zu suchen, die zu einem Host oder Server führen.
3. Anwendungsschwachstellenscanner
Anwendungsschwachstellenscanner, auch als Schwachstellenscanner für Webanwendungen bezeichnet, sind Tools, die webbasierte Anwendungen und Web-Apps auf Schwachstellen untersuchen. Sie arbeiten in der Regel außerhalb der Anwendung, suchen nach möglichen Wegen, wie ein Hacker Zugriff erlangen könnte, und fungieren als automatisiertes Penetrationstest-Tool.
Da sie ausschließlich mit Anwendungen arbeiten, suchen sie in der Regel nach Schwachstellen, die Cross-Site-Scripting (XXS), Befehlsinjektionen, Pfadüberquerungen, SQL-Injection sowie unsichere Server- und Firewall-Konfigurationen ermöglichen.
4. Datenbank-Schwachstellenscanner
Datenbanken sind für die meisten Hacker in der Regel das eigentliche Ziel. Datenbank-Schwachstellenscanner suchen daher nach Lücken und Schlupflöchern, die von böswilligen Außenstehenden ausgenutzt werden können, um Zugriff auf Ihre Datenbank zu erlangen.
Scans und Audits von Datenbankschwachstellen sind in der Regel Teil der Erlangung der HIPAA-Zulassung (Healthcare Insurance Portability and Accountability Act) für Unternehmen, die Patienteninformationen speichern.
5. Schwachstellenscanner für Quellcode
Schwachstellenscanner für Quellcode ähneln Schwachstellenscannern für Anwendungen hinsichtlich ihres Einsatzbereichs, zielen jedoch auf unterschiedliche Sicherheitsmerkmale ab. Als Baustein von Software, Anwendungen und Programmen kann der Quellcode durch regelmäßige Audits auf Fehler und Schwachstellen untersucht werden.
Dasselbe Verfahren kann eingesetzt werden, um die Sicherheit von Update-Patches zu gewährleisten, bevor sie öffentlich oder auf dem Markt bereitgestellt werden.
6. Schwachstellenscanner für drahtlose Netzwerke
Schwachstellenscanner für drahtlose Netzwerke sind Tools zum Scannen und Auditieren drahtloser Netzwerke. Sie überprüfen das Netzwerk kontinuierlich auf unsichere Geräte und schwache Passwörter. Außerdem können sie nicht erfasste Zugriffspunkte identifizieren, die leicht ausgenutzt werden könnten.
Wie host-basierte Scanner arbeiten auch Scanner für drahtlose Netzwerke ausschließlich in drahtlosen Netzwerken. Bei ausreichender regelmäßiger Durchführung können sie zur Überprüfung der Sicherheit und Integrität Ihres Netzwerks eingesetzt werden.
7. Cloud-Schwachstellenscanner
Cloud-Schwachstellenscanner sind Tools, die speziell dafür entwickelt wurden, Schwachstellen in Cloud-Speicher- und Cloud-Computing-Umgebungen zu erkennen und zu identifizieren. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil des Betriebs oder der Nutzung von SaaS-, IaaS- oder PaaS-Lösungen.
Cloud-Schwachstellenscanner sind zwar wichtig, aber nur ein Teil der Familie von Sicherheitslösungen, die zur Aufrechterhaltung der Sicherheit einer Cloud-Umgebung benötigt werden. Sie sind jedoch ein guter Ausgangspunkt, um den Überblick über cloudbasierte Zugriffspunkte zu behalten.
8. Netzwerk-Schwachstellenscanner
Netzwerk-Schwachstellenscanner gehören zu den umfassendsten Schwachstellenscannern und Audit-Tools. Statt sich auf einen bestimmten Bereich zu spezialisieren, können sie die verschiedenen Komponenten und Erweiterungen des Netzwerks auf Schwachstellen und Sicherheitslücken untersuchen – von kabelgebundenen und drahtlosen Verbindungen bis hin zu Geräten, Systemen und verbundenen Anwendungen.
Außerdem können sie nicht erfasste Zugriffspunkte am Rand des Netzwerks finden. Sie erstellen umfassende und detaillierte Berichte über alle Schwachstellen des Netzwerks – von Verifizierungsfehlern und schwachen Passwörtern bis hin zu offenen Ports.
Wie wählt man die passende Art von Schwachstellenscanner aus?
Die Optionen bei Schwachstellenscannern lassen sich zunächst in Open-Source- und proprietäre Lösungen unterteilen. Open-Source-Scanner können kostenlos genutzt werden und bieten den Vorteil, dass sie das Fachwissen von Sicherheitsteams und Entwicklern aus aller Welt bündeln. Außerdem ermöglichen sie die Nutzung zahlreicher öffentlicher Wissensbibliotheken und Frameworks.
Kommerziell verfügbare Lösungen bieten dagegen den Support und das Fachwissen des Tool-Anbieters. Sie erhalten direkten Zugang zu Experten, die Sie dabei unterstützen, Ihre Scans und Audits mit dem angebotenen Tool besser zu verwalten.
Auch Ihre Optionen unterscheiden sich je nachdem, ob die Lösungen lokal oder in der Cloud gehostet werden. Der wichtigste Unterschied zwischen beiden besteht in den höheren anfänglichen Kosten lokaler Scanner.
Allerdings liefern sie in der Regel genauere Scanergebnisse und verfügen über. Cloudbasierte Alternativen eignen sich am besten für weit verteilte Systeme, bei denen ein direkter Zugriff schwierig sein kann.
Ein weiterer Faktor, den Sie bei der Auswahl eines Schwachstellenscanners berücksichtigen sollten, ist sein Automatisierungsgrad. Manuelle Schwachstellenscans sind zwar möglich, doch größere und komplexere Netzwerke mit mehreren Bereichen und unterschiedlichen zu scannenden Komponenten sind mit einer Lösung besser beraten, die leistungsfähige Automatisierungs- und Zeitplanungsfunktionen bietet.
Auch die Leistungsfähigkeit und der Ruf einzelner Lösungen – sowohl aus dem Open-Source- als auch aus dem kommerziellen Bereich – sind wichtige Faktoren. Prüfen Sie die Rate der False Positives, bevor Sie sich festlegen. Dazu können Sie auf Audits und Berichte Dritter zum Scanner zurückgreifen, aber auch Kundenbewertungen auf unabhängigen Bewertungsportalen lesen.
„Das Scannen nach Schwachstellen ist kein optionaler Prozess. Es muss durchgeführt werden, da jede Führungskraft im Bereich Sicherheit vollständige Transparenz über ihre Angriffsfläche benötigt“, sagt Liran Tancman, CEO von Rezilion und Mitglied des Forbes Technology Council.
„Wir verwenden Scanner, um mehrere Umgebungen zu untersuchen – für die Infrastruktur, für Container und für Code von Drittanbietern. Dadurch erhalten wir alle möglichen Informationen und sind entsprechend informiert“, fügt Tancman hinzu.
Auch Verständlichkeit und Abdeckungsgrad sind entscheidend. Einige Lösungen können zwar mehr als einen Teil Ihrer Umgebung scannen, doch es ist wichtig, dass der oder die von Ihnen eingesetzten Scanner zusammengenommen alle Bereiche abdecken, die regelmäßig überprüft werden müssen. Die Verständlichkeit der erstellten Berichte ist zwar nicht zwingend erforderlich, kann aber bei künftigen Analysen, Untersuchungen und Audits hilfreich sein.
Letztlich sollten Sie das Tool auch bedienen können. Der Scanner muss nicht nur mit Ihrem System, sondern auch mit Ihren verfügbaren technischen Fähigkeiten kompatibel sein. Unternehmen mit kleineren IT- und Cybersicherheitsteams sollten sich für stärker verwaltete und benutzerfreundliche Lösungen entscheiden.
Fazit: Arten von Tools zur Schwachstellenanalyse
Tools zur Schwachstellenanalyse sind Software, mit der verschiedene Teile eines Systems oder einer Infrastruktur auf Schwachstellen untersucht werden. Sie helfen Administratoren und Sicherheitsteams dabei, Lücken und Schwachstellen in ihren Systemen zu finden und zu beheben, bevor Hacker sie ausnutzen können.
Je nachdem, auf welchen Bereich der Infrastruktur sie spezialisiert sind, gibt es Scanner in verschiedenen Ausführungen – von Datenbanken und Ports bis hin zu Netzwerken, Hosts und Clouds.
Die Auswahl des richtigen Schwachstellenscanners für Ihr Unternehmen erfordert sorgfältige Überlegung, da eine große Auswahl besteht. Es gibt kommerzielle und Open-Source-Tools, aber auch cloudbasierte und lokal betriebene Varianten, die jeweils den Sicherheitsanforderungen unterschiedlicher Organisationstypen gerecht werden.