Servervirtualisierung ist vor fast zwei Jahrzehnten mit dem Aufkommen von VMware regelrecht explodiert. Seitdem hat sie eine lange Entwicklung durchlaufen.
Früher standen Windows-Rechner dicht an dicht auf den Böden von Rechenzentren, wobei jeder nur eine Anwendung ausführte. Heute lassen sich physische Server in eine große Zahl virtueller Server oder virtueller Maschinen (VMs) aufteilen.
Neben VMware haben Unternehmen wie Microsoft, Red Hat, Citrix und andere die Reichweite der Virtualisierung durch höhere Auslastungsraten, die Konsolidierung von Workloads und eine vereinfachte Wartung erweitert. Dadurch wird die Bereitstellung von VMs und die Verteilung von Patches, die zentrale Verwaltung und vieles mehr deutlich einfacher. Und nun erreichen wir den Punkt, an dem die gesamte Cloud-Erfahrung virtualisiert wird.
Im Folgenden finden Sie einige der wichtigsten Trends, die Unternehmen und IT-Teams auf dem Markt für Cloud-Virtualisierung beobachten:
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1. Sicherheit vor Leistung
Bei der Virtualisierung ging es traditionell darum, immer mehr Leistung aus einem Server und den zugehörigen CPUs herauszuholen. Doch das ändert sich.
„Sicherheit vor Leistung ist der wichtigste Trend bei der Servervirtualisierung im Jahr 2022“, sagte Scott Leatherman, CMO von Vertione.
„Da große wie kleine Unternehmen nach der Pandemie noch immer herausfinden müssen, wie sie ihre besten Ingenieurtalente halten können, wird die verteilte Belegschaft nicht wieder verschwinden, und Cyberangriffe nehmen zu.“
Die Notwendigkeit, die Sicherheit der Virtualisierung zu verbessern, hat mehrere Trends hervorgebracht, etwa Zero-Trust-Plattformen, Extended Detection and Response (XDR), und Secure Access Service Edge (SASE). Leatherman zufolge wird die Leistung weiterhin zugunsten eines erweiterten Zugriffs zurückstehen, um eine verteilte Belegschaft zu unterstützen.
2. Kubernetes auf VMs
Die Verbreitung von Kubernetes auf VMs wird laut Leatherman stetig zunehmen.
Schließlich bietet Bare Metal für Kubernetes eine bessere Leistungsoptimierung, eine effizientere Kapazitätsverwaltung und eine geringere betriebliche Komplexität. Viele Unternehmen haben ihre Infrastruktur jedoch bereits so umgestellt, dass sie von Virtualisierungsanbietern abhängig ist, und Herausforderungen in der Lieferkette könnten die Bereitstellung von Bare-Metal-Hardware zu einem Ausschlusskriterium machen.
„AWS EKS Anywhere, Azure Arc, GPCs Anthos und VMware Tanzu werden zunehmend eingesetzt, um hybride Kubernetes-Umgebungen mit Bare Metal und VMs zu verwalten. Die instabile Wirtschaftslage im Jahr 2022 wird jedoch neue Projekte zur Harmonisierung hybrider Umgebungen verzögern“, sagte Leatherman.
3. Netzwerkvirtualisierung
Die Servervirtualisierungstechnologie mag der Grundpfeiler des Erfolgs in der Cloud sein. Doch der Wechsel in die Cloud hat zu einer weiteren Virtualisierungswelle geführt.
Immer mehr Unternehmen verlagern ihre Workloads und Anwendungen von physischen auf virtualisierte Server. Dieser Trend hält an und verstärkt sich.
Da Unternehmen jedoch eine Cloud-First-Strategie verfolgen, werden Cloud-native Dienste und Anwendungen entwickelt, damit Beschäftigte über jede Plattform und jederzeit auf die Cloud zugreifen können. Ein solches neues Anwendungsszenario erfordert die Replikation bestehender IT-Architekturen von Unternehmen in der Cloud-Umgebung. Diese Anforderung führt zu weiteren Virtualisierungstechnologien, die für eine vollständige End-to-End-Virtualisierung der Cloud benötigt werden.
“Netzwerkvirtualisierung ermöglicht es Unternehmen in erheblichem Maße, ein agiles und elastisches Netzwerk mit cloudbasierten Sicherheitsfunktionen aufzubauen. NEV (Network Element Virtualization), NFV (Network Function Virtualization) und SD-WAN repräsentieren unterschiedliche Ebenen der Virtualisierung“, sagte Edward Qin, Chief Product Officer von Algoblu.
„Im Vergleich zu herkömmlichen SAN- oder NAS-Speicherlösungen sind neue Technologien zur Speichervirtualisierung kostengünstiger und bieten mehr Flexibilität, bessere Leistung und eine effizientere Verwaltung.“
4. Daten- und Desktop-Virtualisierung
Da Daten bei der Entwicklung von Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielen, ist die Frage, wie sie effizienter und präziser genutzt werden können, zu einem wichtigen Anliegen der Anwender geworden.
Datenvirtualisierung ist eine ideale Lösung für dieses Problem. Desktopvirtualisierung hilft Unternehmen beispielsweise dabei, IT-Ressourcen effizienter und kostengünstiger zu verwalten, sensible Daten zu schützen und Richtlinien pro Benutzer problemlos durchzusetzen.
Die Cloud-Virtualisierung schreitet daher möglicherweise weiter voran. Ihre Entwicklung wird durch ein höheres Maß an Netzwerk-, Daten- und Desktop-Virtualisierung beschleunigt, um die Vision einer Cloud-nativen Infrastruktur zu verwirklichen.
5. Anwendungen zu den Daten bringen
Historisch gesehen musste die Rechenleistung gemeinsam mit den Daten am selben Ort untergebracht sein, um eine gute Performance zu erzielen. Das brachte jedoch Probleme mit sich – Probleme, die durch die Datenexplosion und die enorme Menge an Rechenleistung, die heute verfügbar ist, noch verschärft wurden.
Das stellt Unternehmen vor eine anhaltende Herausforderung: Wie bringen sie Edge-, On-Premises- und Remote-Daten auf dem schnellsten und kostengünstigsten Weg zur Anwendung?
Die Virtualisierung ist der Schlüssel. Durch das Hinzufügen aufeinanderfolgender Virtualisierungsschichten lassen sich neue Architekturkonzepte implementieren, um die Leistung zu steigern – insbesondere im Zeitalter der Echtzeitanalyse. In einer solchen Umgebung könnte es für Entwickler einfacher sein, die Anwendungen zu den Daten zu bringen und nicht umgekehrt.
„Mit der neuen Technologie haben wir einen entscheidenden Moment erreicht: einen Moment, in dem Sie stattdessen Ihre Anwendung zu Ihren Daten bringen können“, sagte Harry Carr, Chairman und CEO von Vcinity.
„Diese neu gewonnene Kontrolle über den Speicherort Ihrer Daten und die Agilität Ihrer Anwendungen eröffnet neue Möglichkeiten dafür, wo und wie Sie den Speicher und die Infrastruktur Ihres Unternehmens optimieren.“
Mehr dazu: Der Virtualisierungsmarkt