Die einfache Definition von Cloud-Repatriierung lautet: Dabei werden Workloads – also Anwendungen, Dienste oder Funktionen, die Ressourcen oder Arbeitsspeicher verbrauchen – aus der Cloud zurück ins eigene Haus oder auf On-Premises-Systeme verlagert. Für manche Unternehmen bedeutet das, einen einzelnen Workload oder einen Teil ihrer gesamten Workload aus der Public Cloud zurückzuholen. Andere Unternehmen gehen aufgrund von Bedenken hinsichtlich Kosten, Sicherheit oder Performance so weit, alle Workloads wieder On-Premises oder in eine Private Cloud zu verlagern.
Hier sind fünf Punkte, die Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie entscheiden, ob Sie Enterprise-Workloads zurückholen oder in der Public Cloud belassen.
Bei der Cloud geht es nicht nur um Kosten
Noch vor nicht allzu langer Zeit verlagerten viele Unternehmen Anwendungen und Daten in die Cloud, weil sie sich davon deutlich geringere Kosten versprachen. Einige Jahre später hat sich dieses Versprechen nicht immer erfüllt. Tatsächlich ist die Cloud in manchen Einsatzszenarien teurer als On-Premises-Lösungen – etwa wegen der Kosten für das Hosten großer Speichermengen in der Cloud sowie für Ingress, Egress und andere Gebühren.
Für bestimmte Workloads und Anwendungen ist die Cloud kostengünstiger, gelegentlich sogar deutlich günstiger. Manche Unternehmen haben jedoch festgestellt, dass sie langfristig teurer sein kann. Einige Unternehmen treffen ihre Entscheidungen über die Cloud ausschließlich anhand der Kosten, doch eine umfassendere Betrachtung kann sinnvoller sein.
Selbst wenn die Kosten höher sind, gibt es weitere Vorteile: Wenn jemand anderes die schwere Arbeit und die Infrastrukturverwaltung übernimmt, werden interne Ressourcen frei, die an strategischeren IT-Funktionen und Projekten arbeiten können. Anwendungen On-Premises zu behalten, kann mitunter bedeuten, an veralteten Systemen festzuhalten, die sich nur schwer in cloudbasierte Anwendungen integrieren lassen. Die Verlagerung dieser Anwendungen in die Cloud oder auf ein As-a-Service-Modell passt oft zu laufenden Initiativen der digitalen Transformation. Strategische Überlegungen beeinflussen IT-Entscheidungen und können ebenso wichtig oder sogar wichtiger sein als die Kosten allein.
Das Kostenargument hat mehrere Facetten. Berücksichtigt man die Zahl der Vollzeitbeschäftigten, die für eine On-Premises-Infrastruktur erforderlich sind, die alle drei Jahre anstehenden Erneuerungen der Ausrüstung, Anwendungs- und Wartungsverträge sowie zusätzliche Infrastrukturkosten, können die Cloud-Kosten angemessener erscheinen.
Die Lehre daraus: Berücksichtigen Sie alle Kosten, blicken Sie aber auch über die Kosten hinaus, um zu entscheiden, ob ein Workload in der Cloud bleiben oder wieder On-Premises betrieben werden sollte. Eine Rückverlagerung aufgrund einer ungewöhnlich hohen monatlichen Cloud-Rechnung kann kurzfristig Vorteile bringen, langfristig aber zum Verlustgeschäft werden.
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Ein ausgewogener Ansatz: der richtige Ort, die richtige Cloud
Bis vor Kurzem verfolgten einige Unternehmen zunehmend eine Cloud-only- oder Cloud-first-Philosophie. Für manche Unternehmen – insbesondere Start-ups – mag das sinnvoll sein, für andere kann es aus finanziellen, sicherheitsrelevanten, Compliance- und Performance-Gründen sowie weiteren Erwägungen katastrophale Folgen haben. Statt starrer Entscheidungen für eine vollständige Cloud- oder eine vollständige On-Premises-Nutzung sollten Sie einen Ansatz nach dem Prinzip „der richtige Ort, die richtige Cloud“ in Betracht ziehen.
In der Praxis bedeutet das, Workloads, die in die Public Cloud gehören, auch dort zu platzieren und für Workloads, die an einem anderen Ort besser aufgehoben sind, den Eigenbetrieb oder eine Private Cloud zu wählen.
Jeder Workload ist anders und hat unterschiedliche Anforderungen. Einige funktionieren in der Cloud problemlos, während andere darunter leiden können. Ermitteln Sie den Bedarf jeder Anwendung und der zugehörigen Benutzerbasis und treffen Sie individuelle Entscheidungen, anstatt pauschale Cloud-only-Strategien durchzusetzen.
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FinOps: eine einheitliche Sicht auf die Cloud
Herkömmliche Finanzmodelle für die IT, die auf vierteljährlichen und jährlichen Budgets beruhten, können mit der Geschwindigkeit moderner Cloud-Architekturen nicht Schritt halten. Financial Operations oder FinOps – eine Managementpraxis, bei der IT- und Entwicklungsbetriebsteams (DevOps) gemeinsam Verantwortung für die Cloud-Computing-Infrastruktur und die Kosten tragen – könnte ein besserer Weg sein, einen einheitlichen Überblick über die Cloud-Kosten zu erhalten, die Effizienz der Budgetzuweisung zu steigern und Empfehlungen zur Kostenoptimierung zu geben.
FinOps optimiert die Beschaffung von Cloud-Diensten, damit verschiedene Geschäftsbereiche und Regionen innerhalb eines Unternehmens Cloud-Dienste nicht unabhängig voneinander bestellen. Diese Beschaffungsdisziplin führt in der Regel zu besseren Konditionen bei Cloud-Anbietern. Außerdem sorgt sie für Kontrolle und Überwachung der Cloud-Ausgaben, wodurch es wesentlich schwieriger wird, unbeaufsichtigt hohe Rechnungen auflaufen zu lassen.
Die Zentralisierung von Cloud-Management und Abrechnung eröffnet zudem bessere Verhandlungspositionen und höhere Rabatte. Durch die Einführung von FinOps für finanzielle Verantwortlichkeit und Governance wird es außerdem leichter, die Abwägungen zwischen Geschwindigkeit, Kosten und Servicequalität in der Cloud im Vergleich zu On-Premises zu beurteilen.
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Notwendigkeit von Compliance und Risikomanagement
Datenschutzverletzungen in der Cloud sind keine Seltenheit. Zwar gibt es Argumente dafür, dass die Cloud sicherer ist, und Gegenargumente, dass sie mehr Risiken und eine größere Angriffsfläche mit sich bringt – die Wahrheit ist jedoch, dass beide Seiten berechtigte Punkte vorbringen. Auch hier muss man Workload für Workload betrachten, wie hoch das Risiko in der Cloud im Vergleich zu On-Premises ist, und eine angemessene Sicherheitsentscheidung treffen.
Bestimmte Sicherheits-, Compliance- und Datensouveränitätsanforderungen machen es jedoch notwendig, dass manche Apps und Workloads ausschließlich On-Premises betrieben werden. Diese Notwendigkeit war für einige Unternehmen ein Grund, ihre Workloads aus der Cloud zurückzuholen. In die Cloud verlagerte Apps können gegen die eine oder andere Vorschrift verstoßen oder bei einer Sicherheits- oder Compliance-Prüfung beanstandet werden.
Da in Europa, Kalifornien, Neuseeland und anderen Regionen immer mehr Gesetze zur Datensouveränität erlassen werden, die vorschreiben, dass Daten nicht außerhalb bestimmter geografischer Gebiete geteilt werden dürfen, führen Cloud-Anbieter neue Dienste ein, um diese Anforderungen zu erfüllen. Für manche Unternehmen kann die Notwendigkeit vollständiger Datenkontrolle jedoch bedeuten, dass die Daten ausschließlich im eigenen Haus bleiben.
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Spezifische Performance-Anforderungen
Bei allen in die Cloud gesendeten Daten spielen Latenzfaktoren eine Rolle. Einige Anwendungen sind davon nicht betroffen, andere schon. Der Bedarf an sehr niedriger Latenz hat manche Unternehmen dazu veranlasst, Daten und Anwendungen wieder ins eigene Haus zu holen.
Finanzdienstleister beispielsweise nutzen Transaktionssysteme, die Millionen von Zahlen pro Sekunde verarbeiten. Aufgrund plötzlicher Auf- und Abschwünge an den Märkten kann Latenz sie im Handumdrehen Millionen US-Dollar kosten. Außerdem bedienen sie typischerweise anspruchsvolle Kunden, die selbst wenige Augenblicke nicht auf eine Aktualisierung warten wollen. Sind diese mit dem Service unzufrieden, bringen sie ihr Geld zu leistungsfähigeren Wettbewerbern.
Wenn Ihre Cloud-Workloads nicht die benötigte Performance erreichen, ist die Rückverlagerung in eine Private Cloud oder auf On-Premises-Systeme eine gute Idee, sofern niedrige Latenz für den Betrieb entscheidend ist.
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Fazit: Cloud-Repatriierung
Der Trend zur Cloud-Repatriierung ist real, und branchenübergreifend werden viele Workloads wieder ins eigene Haus geholt. Doch noch weit mehr Workloads wandern weiterhin in die Cloud – der Siegeszug der Cloud ist nicht aufzuhalten, wie die schiere Zahl neu gebauter Rechenzentren und die rasche Expansion von Hyperscalern wie Azure, AWS und Google zeigen. Es spricht viel dafür, dass die meisten Enterprise-Workloads in die Cloud gehören, aber nicht alle. Für Unternehmen, die das richtige Gleichgewicht zwischen Kosten, Performance und Sicherheit finden möchten, ist Cloud-Repatriierung eine Überlegung wert. Vor einer Entscheidung müssen jedoch zahlreiche Faktoren berücksichtigt werden.
Als Nächstes lesen: Best Practices für die Sicherheit von Cloud-Speichern